VR für Jedermann? – Top 5 Anwendungen

VR-Virtual Reality - Top 5 Anwendungsmöglichkeiten

Mit VR-Headsets steht 2016 eine technologische Revolution bevor, die auf Augenhöhe mit der Erfindung des Films stehen könnte. Darum werden Kleinkinder, die mit Fingergesten Aquariengläser vergrößern wollen, bald unsere kleinste Sorge sein.

Eintauchen in die Virtuelle Realität wird ab diesem Jahr nicht länger Science-Fiction sein. Mit der Playstation VR, der HTC Vive und der Oculus Rift kommen dieses Jahr drei hochwertige Headsets auf den Markt. Der Fokus liegt momentan zwar noch auf Videospielen, aber die Anwendungsmöglichkeiten sind breit genug gefächert, damit VR auch für Großmutter in den nächsten Jahren Alltag wird.

woanders sein mit VR

Mit VR woanders sein

Anders als flache Bildschirme, Fernseher und Leinwände können VR-Headsets dem Gehirn vorgaukeln, nicht nur durch ein Fenster zu schauen, sondern wirklich an einem anderen Ort zu sein. Anwender trauen sich etwa regelmäßig nicht, durch einen digitalen Tisch hindurch zu laufen, obwohl sie wissen, dass er in der Realität nicht existiert. Eine solche Präsenz im virtuellen Raum erzeugt ein Mittendringefühl, dass die Reise zum WM-Finale, Rocky-Musical, oder auch zum Mond obsolet werden lässt. Selbst in ein virtuelles Wohnzimmer mit gemütlichem Kamin und lächerlich großem Fernseher kann man fliehen, um schnell mal der bedrückenden Enge eines Flugzeugs oder Krankenhauszimmers zu entkommen.

gefahrloses Steuern mit VR

Gefahrloses Steuern

Mit TeenDrive365 verwendet Toyota auf Messen bereits die Oculus Rift, um auf Ablenkungen während der Fahrt durch WhatsApp, Beifahrern, dem Radio und Verkehrsgeräuschen aufmerksam zu machen. Die Applikation zeigt zudem das Potential für Fahranfänger auf, ein realitätsnahes Gefühl für das Fahren und den Verkehr zu entwickeln, das bei Simulationen auf einem Schirm kaum aufkommt. Das Ärgern über aufhaltende Fahrschüler könnte damit bald der Vergangenheit angehören. Auch die NASA hat sich VR zu eigen gemacht: In Verbindung mit einer Kinect 2-Kamera zur Bewegungserfassung und einer Oculus Rift können Astronauten nun Roboterarme durch Handbewegungen fernsteuern – präziser und natürlicher als mit jedem Joystick. Vielleicht könnte man so auch in Tschernobyl mal aufräumen.

VR-Freizeitpark Attraktionen

Unter der Marke „THE VOID“ sollen die Grenzen Virtueller Realität in speziell darauf ausgelegten Freizeitparks ausgereizt werden. Verwinkelte Innenräume etwa werden durch VR zu Alienraumschiffen, in denen sich Gruppen im Lasertag messen können. In schmucklosen Achterbahnen wird der Nervenkitzel noch erhöht durch angeflogene Kometen und Lücken in den Schienen. Da solche VR Parks mit weniger Limitierungen zu kämpfen haben als traditionelle Vergnügungsparks, darf man sich auf viele kreative und unerwartete Einfälle freuen.

VR Pornos

Pornos

Wir bewegen uns mit Froschsprüngen dem erschreckenden Menschenbild aus Wall-E zu, und mal ehrlich: Wer hat in solch angewöhnter Gemütlichkeit schon noch Lust sich rauszuputzen und jemanden kennen zu lernen? Die Pornoindustrie jedenfalls ist längst auf den VR-Zug aufgestiegen und könnte die neue Technologie voranbringen wie einst die Videokassette. Dabei soll das Erlebnis lebensnäher als je zuvor sein, unterstützt durch… diverses Zusatzequipment.

Therapie mithilfe von VR

Therapie

Um Ängste zu überwinden, muss man sich ihnen stellen – mit Höhenangst über das Geländer eines Wolkenkratzers zu schauen und dann umzukippen möchte aber niemand. Egal wie echt sich die Virtuelle Realität anfühlt, sie ist es letztlich nicht, und daher immer eine sichere Umgebung. Soldaten mit Posttraumatischer Belastungsstörung werden mit VR therapiert, wobei sie mit Schüssen, Explosionen und Kriegseindrücken konfrontiert werden, die ihren eigenen gleichen. Dabei soll das wiederholte erleben der traumatischen Auslöser Angst durch Gewöhnung ersetzen.

Was kommt noch?

Obwohl der Traum von Virtueller Realität schon älter ist, steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen. Entwickler werden VR mit der Zeit optimieren, kreative Köpfe neue Anwendungsmöglichkeiten finden. Da die Oculus Rift von Facebook gekauft wurde und HTC die Vive mitentwickelt hat, haben auch außerhalb der Videospielbranche Firmen ihre Hände im Spiel, die auf alltägliche, funktionale Konsumgüter spezialisiert haben. Wer weiß, ob wir irgendwann alle statt Smartphones in den Taschen ständig eine solche Brille auf der Nase tragen?

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